Sehr geehrte Damen und Herren,
vor gut zwei Jahren haben wir in intensiven Verhandlungen die Grundlagen für die Auslagerung
unserer Mid- und Back-Office-Funktionen an State Street gelegt. Nach Vertragsabschluß im Juli 2008,
formalem Übergang der Funktionen in ihrer bisherigen Struktur am 1. Oktober 2008 und Umzug der
ehemaligen Lazard-Kollegen in State Street-Räumlichkeiten im Februar 2009, steht nun nach sorgfältiger
Vorbereitung die Migration unserer Fondsbuchhaltung von Sungard SER V3 auf SimCorp Dimension an.
Die Migration der einzelnen Sondervermögen erfolgt in 5 Tranchen jeweils über bestimmte Wochenenden.
Mit diesem Schritt wird die Integration in die globale Systemlandschaft der State Street Gruppe
entscheidend vorangetrieben. Mit dieser Migration sind einige Änderungen verbunden, die wir Ihnen im Folgenden darstellen:
Bewertung
Die bedeutendste Veränderung erfolgt im Bereich der Bewertung der Vermögensgegenstände.
State Street hat bisher die von uns historisch gewachsene und im Detail fortentwickelte Bewertungssystematik
übernommen. Mit Wirkung vom 27. Mai 2010 ersetzen wir diese Bewertungssystematik nun durch eine neue
strukturierte Systematik, die insbesondere die Anforderungen der Investmentrechnungslegungs- und Bewertungsverordnung
(die bereits seit 23. Dezember 2009 in Kraft ist) vollumfänglich berücksichtigt. Eine Übersicht über die zur
Bewertung heranzuziehenden Bewertungsquellen und die Hierarchie je nach Vermögensgegenstand haben wir als
Anlage beigefügt. Wir erwarten durch die Umstellung für die Mehrzahl unserer Sondervermögen keinen nennenswerten
Einfluss auf den Anteilwert. Bei den Fonds jedoch, die Vermögensgegenstände mit geringer Marktliquidität enthalten
(das sind vor allem ABS und OTC-Derivate) können die Unterschiede zwischen einzelnen Bewertungsanbietern erheblich sein.
Für diese Fonds kann daher im Einzelfall ein „Sprung“ in der Anteilwertentwicklung nicht ausgeschlossen werden.
Preisfeststellungs-Konvention
Aktuell bewerten wir am Bewertungstag mit den Schlusskursen vom Vortag, d.h. zum Beispiel in der Bewertung vom
Donnerstag sind die Schlusskurse vom Mittwoch enthalten. Nach Migration eines Fonds auf SimCorp Dimension werden
wir die Schlusskurse des Bewertungstages nutzen. Dies führt dazu, dass die Bewertung per Donnerstag mit Schlusskursen
vom Donnerstag erst am Freitag dieser Woche verfügbar ist. Im Ergebnis ermitteln wir also künftig am Bewertungstag
den Anteilpreis des Vortages und nicht den Anteilpreis des Bewertungstages. Der Vorteil der neuen
Preisfeststellungs-Konvention liegt in der besseren Vergleichbarkeit der Anteilpreise mit Indexständen; außerdem trägt
die Monatsultimobewertung künftig das Datum des letzten Bankarbeitstages im Monat.
Order-Abrechnung für Publikumsfonds
Am Freitag vor dem Migrationswochenende wird letztmals ein Anteilwert in Sungard SER V3 festgestellt; am Montag nach
dem Migrationswochenende wird erstmals ein Anteilwert in SimCorp Dimension für Freitag festgestellt. Es gibt daher
einmalig für den Freitag vor Migration unserer Publikumsfonds zwei Bewertungen. Tatsächlich bedeutet dies, dass
Anteilscheingeschäfte, welche bis Donnerstag, 13:00 Uhr bei der Depotbank instruiert werden, den am Freitag mittels
Sungard SER V3 ermittelten Anteilpreis (bzw. Ausgabe- oder Rücknahmepreis) erhalten. Anteilscheingeschäfte, die nach
diesem Orderannahme-schluss, allerdings bis Freitag, 13:00 Uhr instruiert werden, werden zu dem am Montag mittels
SimCorp Dimension ermittelten Anteilpreis (bzw. Ausgabe- oder Rücknahmepreis) vom Freitag abgewickelt.
Handelsstop
Um die Migration technisch sicher bewältigen zu können, ist für die in der jeweiligen Tranche betroffenen Fonds ein
Handelsstop im Portfoliomanagement erforderlich. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass bei der Umstellung der Fonds
alle bereits gehandelten Geschäfte im bisherigen Fondsbuchhaltungssystem erfasst sind und somit eine lückenlose
Übernahme in das künftige Fondsbuchhaltungssystem erfolgt. Der Handelsstop wird seitens Lazard auf den minimalen
Zeitraum begrenzt, um dem Portfoliomanagement eine maximale Handlungsfreiheit zu gewähren. Dieser gilt daher nur für
den jeweiligen Freitag vor Migration. Sondervermögen, welche das Durationsmodell umsetzen, können eine (eventuelle)
Signaländerung an diesem Freitagabend erst am kommenden Montag umsetzen. Hierbei handelt es sich um eine einmalige
Abweichung von der favorisierten Umsetzung unseres Durationsstrategie, die jedoch technisch unvermeidlich ist.
Anlagegrenzprüfung mittels Charles River
Die bisher in Sungard SER V3 durchgeführte Überwachung aller Anlagerestriktionen erfolgt künftig mittels der Software
„Charles River Investment Management System“ der Charles River Systems Inc. Diese Software wird bereits seit vielen
Jahren an anderen Standorten der Lazard-Gruppe zur Überwachung von Anlagerestriktionen genutzt und gilt international
als Marktführer für diese Aufgabenstellung. Wir nutzen die bei Lazard Asset Management LLC in New York vorhandene
Anwendung, insoweit wird der Betrieb der Anlagegrenzprüfungssoftware an unsere Muttergesellschaft ausgelagert.
Die Anlage der Restriktionen im System sowie die täglichen Überwachungsaufgaben verbleiben jedoch bei uns in Frankfurt.
Durch die Nutzung der neuen Software können sich Änderungen der Berechnungsmethodik sowie einzelner Quelldaten ergeben,
die auch zu Abweichungen gegenüber den bisherigen Grenzprüfungen führen können.
Wir sind überzeugt, mit der anstehenden Migration auf SimCorp Dimension und Charles River unser operatives Set-up
zukunftsweisend aufgestellt zu haben. In der Übergangs-phase kann es trotz bester Vorbereitung zu einzelnen technischen
Problemen kommen. Diese können Ihre Ursache auch in einer anderen – nunmehr verbreiterten - Datenbasis haben.
Wir bitten Sie schon jetzt für alle eventuellen Unannehmlichkeiten um Verständnis.
Gerne stehen Ihnen die bekannten Ansprechpartner und unser Team für Fragen und zur näheren Erläuterung zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruß
Lazard Asset Management
(Deutschland) GmbH
Andreas Hübner
Markus van de Weyer